Mit der Bibel beten (8) – 2 Thess 3

Mit der Bibel beten (8) – 2 Thess 3

Dave Brander
27 / 11 / 19

Die Bibel enthält Gebete von Jesus, Paulus, Johannes, David, Mose, Hanna, Maria und vielen anderen. In der Serie «Mit der Bibel beten» entdecken wir diese biblischen Gebete neu. Sie können unser Gebetsleben inspirieren und uns ermutigen, unsere Gebete neu an der Bibel auszurichten.

«Übrigens, Brüder, betet für uns, dass das Wort laufe und verherrlicht werde wie auch bei euch und dass wir errettet werden von den schlechten und bösen Menschen! Denn die Treue ist nicht aller Teil. […] Der Herr aber richte eure Herzen auf die Liebe Gottes und auf das Ausharren des Christus.» – 2. Thessalonicher 3,1–5

Gebetspartner
Paulus bittet die Gemeinde um Gebet: «Betet für uns!» Vermutlich schreibt er den zweiten Thessalonicherbrief in Korinth. Dort steht er vor grossen Herausforderungen. Das Wort Gottes muss sich ausbreiten, wenn etwas wachsen soll. Dafür benötigt Paulus Gebet. Interessanterweise bittet er eine Gemeinde, die bereits in dieser Realität lebt:

«Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen, nicht allein in Mazedonien und in Achaja, sondern an jeden Ort ist euer Glaube an Gott hinausgedrungen […]» – 1 Thess 1,8

Gemeinden durchlaufen «Lebensphasen». Sie werden gepflanzt und geboren. Dann wachsen sie und werden stärker. Schliesslich werden sie reif und multiplizieren sich. Sie werden zu Lautsprechern der Herrlichkeit Gottes. Das Wort Gottes verbreitet sich und «wird verherrlicht». Das ist das Ziel einer Gemeinde. Jeder Mensch in ihrem Wirkungskreis kommt in Berührung mit dem Wort und der Herrlichkeit Gottes. Gottes Wort durchdringt die Gesellschaft. Das Wort – Jesus selbst! – wird verherrlicht.

Die Gemeinde, die Paulus gründet, befindet sich noch ganz am Anfang. Deshalb bittet er eine reifere Gemeinde um Gebetspartnerschaft. Das Wort Gottes hat sich in Thessaloniki und in der Gegend kraftvoll ausgebreitet. Wo steht deine Gemeinde? In welcher Phase befindet ihr euch? Wo stosst ihr an Grenzen? Es ist Zeit für Gebetspartnerschaften. Vielleicht gibt es eine Gemeinde, die in gewissen Dingen weiter ist und die euch im Gebet unterstützen könnte. Dasselbe gilt auch für das Gebetsnetzwerk, das über die Kantone und Orte in der Schweiz verteilt ist. Nicht alle stehen an demselben Punkt. Wo braucht ihr Gebetsunterstützung von Kantonen, die in einigen Dingen bereits weiter sind? Und umgekehrt: Wie könnt ihr im Gebet andere Kantone und Orte unterstützen?

Konkurrenzdenken hat im Reich Gottes keinen Platz. Der grosse Apostel Paulus bittet ganz selbstverständlich eine andere Gemeinde um Gebet. Sie hatte den Durchbruch des Wortes Gottes in ihrer Region bereits erlebt. Dadurch kann sie mit Autorität für andere Gemeinden beten.

Herzensausrichtung
Dabei bleibt es nicht. Paulus bittet nicht nur um Gebet, er betet auch für die Thessalonicher: «Der Herr aber richte eure Herzen auf die Liebe Gottes und auf das Ausharren des Christus.» Reife Gemeinden wie diejenige der Thessalonicher können für diese beiden Dinge sehr schnell den Blick verlieren. Besonders der Fokus auf die Liebe Gottes kann verlorengehen, wenn die Gemeinde erfolgreich wächst. Wir sehen das am Beispiel der Gemeinde in Ephesus. Sie hatte Erweckung erlebt: Alle Bewohner ihrer Provinz hatten das Wort Gottes gehört (vgl. Apg 19,10). Ein riesiger Berg von Zauberbüchern, der ein Vermögen wert war, wurde in der Stadt verbrannt, nachdem viele Menschen gläubig geworden waren (vgl. Apg 19,18f.). «So wuchs das Wort des Herrn mit Macht und erwies sich kräftig» (Apg 19,20). Die Gemeinde lebte ihre Berufung. Sie war ein «Lautsprecher» der Herrlichkeit Gottes.

Als Jesus der Gemeinde von Ephesus in der Offenbarung einen Brief schrieb, anerkannte er ihre grossen Werke: «Ich kenne deine Werke und deine Mühe und dein Ausharren, und dass du Böse nicht ertragen kannst» (Offb 2,2). Aber was den Ephesern fehlte – und was einer «erfolgreichen» Gemeinde sehr schnell abhandenkommen kann – war die Liebe: «Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast» (Offb 2,4).

Was würde in dem Brief stehen, den Jesus deiner Gemeinde schreibt? Lebt ihr in der ersten Liebe? Vielleicht seid ihr auch eine junge Gemeinde oder ein kleiner Kanton. Ihr habt nicht viel vorzuzeigen – aber das Feuer der ersten Liebe brennt in euch. Dann betet für diejenigen, die die erste Liebe zu verlieren drohen.

«Der Herr richte eure Herzen auf die Liebe Gottes»

Konkret:

  • In welcher Phase befindet sich deine Gemeinde? Wo benötigt ihr spezifisches Gebet von anderen Gemeinden, die bereits weiter sind als ihr?
  • Was habt ihr selbst zu geben? Welche Gemeinde, welchen Ort, welchen Kanton könnt ihr im Gebet unterstützen? Was ist die «Salbung», die ihr empfangen habt und weitergeben könnt?