Fête des Nations 2019

Fête des Nations 2019

Joël Reymond
20 / 06 / 19

Für ihre siebte Ausgabe fand die Fête des Nations (Fest der Nationen), die seit 2013 jedes Jahr Anfang Juni in Genf durchgeführt wird, in der Église des Nations statt – einer Gemeinschaft, die eine erstaunliche Zahl von 56 verschiedenen Nationen zusammenbringt (ja, das ist Genf…). Der Ort war also ideal, um die Fête des Nations auszurichten.

In einem Saal, der mehrere hundert Personen fassen konnte, sangen die Christen Hymnen auf Englisch, Französisch, Spanisch, Rumänisch, Portugiesisch, Kreolisch und Ingala. Christen aus allen Weltgegenden hatten sich versammelt und gaben einen Vorgeschmack auf die Realität, die in der Offenbarung beschrieben wird: «Eine grosse Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm … und sie riefen mit lauter Stimme: ‹Das Heil ist bei unserem Gott!›.» Die Schweizer und die «Weissen» waren – für unsere Breitengrade eine Ausnahme – in der Minderheit einer singenden und tanzenden Menschenmenge.

Gebetsabend
Der erste Abend der Fête des Nations am Freitag 14. Juni wurde vom Lobpreisforum der Romandie von Rolf Schneider geleitet und gab dem Fürbittegebet viel Raum. Die Schweiz wurde gesegnet, damit ihre reiche, von göttlichen Segensspuren gekennzeichnete Geschichte (z.B. die Anrufung Gottes in der Präambel der Bundesverfassung) nicht nur ein Zeuge der Vergangenheit bliebe, sondern heute noch lebendig sei. Auch Genf, die Calvinstadt, hat eine reiche geistliche Geschichte. «Herr, wir erbeten eine neue Phase, eine neue Zeit, eine neue Heimsuchung von dir in diesem Land und in Genf», beteten die Christen.

Nationalflaggen
Weitere Gebete wurden gesprochen, von der Bühne angeleitet und in kleinen Gruppen aufgenommen. Die Teilnehmer beteten insbesondere für die Beziehungen über Generationen hinweg, mit anderen Worten: dass die jungen Menschen, die sich nach Gott ausrichten, von der älteren Generation unterstützt und anerkannt werden.
Ein weiterer Leuchtturm-Moment war der traditionelle Fahnenumzug am darauffolgenden Samstagabend, dem 15. Juni. Beim Lied «Alle Völker werden sehen und bekennen, dass Jesus der König der Könige ist», schwenkten junge Christen der veranstaltenden Kirche Église des Nations, allesamt in weiss gekleidet, viele verschiedene Nationalflaggen.

Von der Arena zu den Ortsgemeinden in den Quartieren
Die Fête des Nations war 2013 auf Initiative von Etienne Rochat, Sänger und ebenfalls Kantonsfahnenträger von Genf, ins Leben gerufen worden, um die Verschiedenartigkeit der in Genf anwesenden Nationen zu feiern und einen Ort des Kontakts und der Feier für die Kirchen der Stadt aufzubauen. Das historische und das internationale Genf leben Seite an Seite, beinahe ohne Berührungspunkte. Dieselbe Trennung geht auch durch die Kirche. Bei ihrer ersten Ausgabe hatte die Fête des Nations 2500 Christen in der Genfer Arena versammelt. Nach diesem grossen Auftakt wurde das Festival aufgrund der natürlichen Erosion, die sowohl christliche als auch alle anderen Anlässe betrifft, nach unten korrigiert. Ab dem dritten Jahr wechselte es jährlich seinen Austragungsort.

Die Église des Nations im Distrikt Avanchets vereint ein englischsprachiges, afrikanisches, asiatisches und lateinamerikanisches Publikum, vier sehr unterschiedliche Kulturkreise. Dieselbe Vielfalt findet sich bei den Pastoren: Geleitet wird die Gemeinde von einer Inderin (der Frau des verstorbenen Gründers) und ihren zwei Mitältesten, einem Filipino und einem Afrikaner.