Auschwitz – betreten empfohlen!

Auschwitz – betreten empfohlen!

Hp. B.
27 / 05 / 19

Unter der kundigen Leitung von Werner, Regula und Hannah Woiwode besuchten wir – insgesamt 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – vom 16. Bis 19. Mai 2019 das Konzentrationslager Auschwitz (Basislager Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau), den Ort, wo im Zweiten Weltkrieg mehr als 1 Million Juden (von insgesamt über 6 Millionen) grausam ermordet wurden.  

Den meisten Menschen haben wohl von Auschwitz, den Millionen Opfern und vom Holocaust gehört. Wissen ist das eine, an diesem Ort zu verweilen  etwas ganz anderes, das sich einem für immer einprägt! Dies nicht zuletzt, weil die Dimension dieses Lagers (Birkenau) fast unendlich zu sein scheint. In Auschwitz-Birkenau hielten sich bis 90,000 dem Tod geweihte Menschen auf, die einen noch einige Zeit lang als Zwangsarbeiter/innen, die anderen – Ältere, Mütter und Kinder – wurden nach ihrer Ankunft umgehend vergast. Deren Asche bedeckt zum Teil das Gelände.  Einmal mehr stellt man sich die Frage «Warum liess Gott das zu?». So bewegten wir uns am ersten Tag während Stunden über das stumme, lautlos schreiende Gelände in Auschwitz-Birkenau. Jeder von uns war wohl darum bemüht, Eindrücke und Gedanken zu ordnen und da und dort Worte an den Schöpfer zu richten. 

Verwaltung des Schreckens
Beeindruckend auch die Exponate in dem zum Museum umgestalteten Gebäude im Basislager Auschwitz I. Dazu gehören zahllose Dokumente, aus denen die mit deutscher Gründlichkeit geführte «Verwaltung des Schreckens» hervorgeht. Es wurde über alles Buch geführt. So war z.B. auf einem speziellen Formular Nummer und Name des Toten aufzuführen mit Angabe der Menge des entfernten «Zahnersatzes» (minutiös getrennt nach Edellegierung und Gold, Links und Rechts). Eindrücklich auch die Geschichte der Judendeportationen aus den von Nazideutschland eroberten Ländern. Immer wieder standen wir still vor zahlreichen Einzel- und Familienphotos der Opfer aus vergangenen heilen Tagen, vor allem aber vor jenen mit fröhlichen, unbeschwerten Kindern. 

Dialog zwischen Holocaust und Kreuzigung
Unweit der Aussenrampe von Birkenau besuchten wir „Fountain of Tears“ des israelischen Künstlers Rick Wienecke. Dieser legte uns engagiert seine Gefühle und Gedanken dar zum von ihm gefertigten grossräumigen Wand-Denkmal für die 6 Millionen, die im Holocaust umkamen. Dabei setzen sich lebensgross gestaltete Menschen jüdischen Glaubens in verschiedenen Bildern mit dem sie überragenden, in eine Mauer «eingegossenen» gekreuzigten Jesus auseinander. Es geht dabei um "Einen Dialog des Leidens zwischen Holocaust und Kreuzigung" wie der Künstler uns erklärte (www.castingseeds.com) 

Am Sonntag fand die Reise mit einem Besuch von Krakau und dessen Jüdischem Quartier resp. Ghetto ein Ende, bereichert durch die interessanten Ausführungen unseres Stadtführers.