«Die Sprachen dürfen uns nicht trennen!»

«Die Sprachen dürfen uns nicht trennen!»

Interview mit Sylvain Freymond
26 / 09 / 18

Ein Ort, an dem Gott zweiundsiebzig Stunden lang angebetet wird – von Christen aus der ganzen Schweiz, über die Sprachregionen hinweg. Das ist die Vision von Sylvain Freymond, der die 72h-Anbetung diesen Oktober gemeinsam mit dem Gebetshaus HOP in Basel organisieren wird. Im Interview erzählt er, wie es zu dieser Vision kam, mit welchen Herausforderungen er konfrontiert war und wie diese überwunden wurden.

 

Gebet für die Schweiz: Wie ist die 72h-Anbetung entstanden?
Sylvain Freymond: Die Vision entstand nach einem prophetischen Wort, das an einem Seminar in Yverdon im Jahr 2000 gegeben wurde. Wir haben dieses Wort als Bestätigung genommen für Dinge, die wir bereits auf dem Herzen trugen: Die Einheit, das Gebet und die Anbetung für die Schweiz. Im folgenden Jahr setzten wir dies um. Über 500 Personen kamen nach Yverdon, um non-stop während 72 Stunden anzubeten und zu beten. Im Anschluss wurde uns klar, dass wir weitermachen mussten. So fanden in den kommenden Jahren 72h-Anbetungen in allen vier Sprachregionen statt, zuerst in Winterthur, dann in Lugano und in Pontresina. Viele Christen teilten mit uns diese Überzeugung!

Du legst grossen Wert darauf, dass die vier Sprachregionen der Schweiz gemeinsam Gott anbeten. Weshalb ist das so wichtig?
Ich denke, es ist enorm wichtig, dass man die Sprachen und Kulturen respektiert. Gott hat uns unterschiedlich geschaffen aber in der Anbetung vor ihm finden wir uns in Einheit wieder. Die Sprachen dürfen uns nicht trennen, sondern in der Anbetung vereint werden. Die Schweiz kann noch viel näher zusammenkommen, wenn wir uns gemeinsam vor Gott versammeln und die Anbetung in allen Sprachen schätzen lernen. Es ist so schön, die Menschen auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Rumantsch anbeten zu hören!

Das gemeinsame Vorwärtsgehen über die Sprach- und Denominationsgrenzen hinweg ist manchmal sehr herausfordernd. Erlebt ihr das auch?
Ja, das ist eine immense Herausforderung. Tatsächlich ist es so, dass wir oft englischsprachige Redner und Musiker in unsere Gemeinden einladen, als ob diese Sprache gesegneter wäre. Aber es geschieht selten, dass wir Schweizer Redner einladen, die eine andere Landessprache sprechen. Wir müssen uns bemühen, dass wir uns näherkommen, einander zuhören und respektieren. Dabei ist auf die geistlichen Empfindsamkeiten der Gemeinden Rücksicht zu nehmen.

Wie können diese Grenzen überwunden werden?
Es ist möglich, wenn wir die Vision teilen, uns gemeinsam vor dem Herrn einzufinden. Er allein beseitigt die Hindernisse, wenn wir uns auf unseren Knien in der Anbetung und in der Fürbitte vereinen.

Was ist deine Vision für die Zukunft der 72h-Anbetung?
Die Vision ist, ein Treffen in jedem Kanton der Schweiz abzuhalten. Wir wollen in jedem Kanton ein Heiligtum aufrichten, in dem in allen vier Landessprachen in Einheit angebetet wird. Damit alle sehen, dass wir gemeinsam für das Eine beten: Dass die Schweiz Jesus als Retter kennen lernt. So wird Gott uns gemeinsam segnen.

Vom 24.–27. Oktober findet die nächste 72h-Anbetung in Basel statt. Wie kann man Teil davon sein?
Es ist für alle offen. Während diesen drei Tagen kann man kommen, wann man will – am Tag oder mitten in der Nacht – und mit uns anbeten und beten. Es ist immer ein grossartiger Moment, wenn wir mit Menschen aus anderen Kirchen, Regionen und Sprachen gemeinsam Jesus anbeten. Gemeinsam bringen wir das Land vor Gott und segnen die Kantone und Kirchen. Wir beten für Einheit in der Regierung und vergessen nicht, Israel zu segnen. Wir freuen uns auch über Lobpreisgruppen, die eine Zweistundenschicht der 72h-Anbetung übernehmen.

   

Weitere Informationen: www.hopbasel.ch/72h-anbetung