«Wir wollen als ein Leib zusammenkommen»

«Wir wollen als ein Leib zusammenkommen»

06 / 06 / 18

Christoph Linder ist neu Kantonsfahnenträger von Luzern. Der Architekt lebt mit seiner Frau Susanna, zwei Hunden und vier Katzen in Weggis in einem Haus mit wunderbarer Aussicht auf Berge und See. Hier trifft sich auch seine Gemeinde, die Jesus-Family Weggis, deren Pastorin seine Frau Susanna ist. Tochter Dominique lebt mit ihrem Mann in Steffisburg. Im Interview erzählt er, was ihm das neue Amt bedeutet und welche Vision er verfolgt.

Christoph, du bist neu Kantonsfahnenträger von Luzern. Wie kam es dazu?
Bevor ich in Bern am 21.4.2018 als Fahnenträger des Kantons Luzern eingesetzt wurde, war ich bereits Fahnenträger von Weggis. Der Kanton Luzern hat ja schon länger keinen Fahnenträger mehr. Dies ist mir am Vernetzungstag letztes Jahr in Brunnen so richtig bewusst geworden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir keine grossen Gedanken über die Kantonsfahne gemacht. In der Stillen Zeit am Morgen ist mir immer wieder der Kanton Luzern aufs Herzen gekommen und ich fühlte immer mehr, dass Gott mich für die Kantonsfahne von Luzern motivieren möchte. Ich bin eingebettet in eine kleine Gemeinde in Weggis, der «Jesus-Family». Wir sind eng miteinander unterwegs und mir war wichtig, dass die ganze Gemeinde hinter diesem Entscheid steht und wir gemeinsam für den Kanton Luzern einstehen können. So habe ich «die Kantonsfahne» als Gebetsanliegen hineingegeben. Nach dem Vernetzungstag im Februar in Altdorf fühlte ich immer noch das Drängen für die Kantonsfahne und von meiner Gemeinde habe ich auch «grünes Licht» bekommen – sie stehen hinter mir. Ich habe dann Kontakt mit Stephan Trottmann von Gebet für die Schweiz aufgenommen. Stefan hat mein Anliegen mit seinem Team geprüft und gutgeheissen. So bin ich als Kantonsfahnenträger für Luzern eingesetzt worden. Der Stellvertreter, Daniel Hauser, kommt auch aus meiner Gemeinde. Gerade jetzt spüre ich wieder stark dieses Brennen für den Kanton Luzern, Halleluja!

Was muss man sich unter einem Kantonsfahnenträger vorstellen? Welche Aufgaben nehmt ihr wahr?
Das ist eine gute Frage. Ich sehe uns als «Verbinder» von Menschen, die ein Herzensanliegen für den Kanton und die einzelnen Gemeinden haben. Ich spüre, es darf nicht um unsere Person oder unsere Gemeinde gehen. Ich möchte einen Weg finden, dass ich «mein Brennen» für den Kanton Luzern auf ganz viele Menschen verteilen kann. Es soll ein lebendiges Miteinander sein, wo einzelne Gaben zu einem Ganzen zusammengesetzt werden. Es darf auch keine Konkurrenz sein zu den bestehenden Gemeinden, sondern ein Miteinander. Wie das gehen soll, kann nur der Heilige Geist aufzeigen und wir möchten offen sein für seine Ideen.

Was trägst du für deinen Kanton auf dem Herzen?

  • Ich sehe Luzern als einen Schlüssel für die Schweiz und die Schweiz als einen Schlüssel für Europa. Luzern liegt mitten in der Schweiz und bedeutet Lichterstadt - im Moment scheint mir, dass das Licht noch verdeckt ist. Aber die Berufung von Luzern ist sicher: dass es wieder scheinen muss. Wenn wir beten, sollten wir Luzern bereits in dem Licht sehen. Sinnbildlich ist auch das Löwendenkmal in der Stadt Luzern – ein verletzter Löwe, der liegt. Ich sehe den Löwen schon aufstehen und das Land wieder einnehmen!
  • Ich habe auf dem Herzen, dass alles was wir machen, möglichst einfach, klar, direkt und von ganzem Herzen kommen soll. Wir alle haben schon ein «gedrängtes» Programm, darum lieber Qualität statt Quantität.
  • Es müssen die richtigen Leute dabei sein, die ebenfalls das Brennen für Luzern und die Menschen in unserem Umfeld haben.
  • Auch zu bereits bestehenden Anlässen gemeinsam hingehen und beten, mit anderen Organisationen zusammenarbeiten.
  • Dass wir unsere Gebetsanliegen austauschen können, z. B. via E-Mail.
  • Ein grosser Wunsch von mir ist, dass wir als ein Leib zusammenkommen und die Gemeindezugehörigkeit kein Thema mehr ist, dass jeder den andern höher setzt und wir ehrlich und offen miteinander umgehen. Eine «Freudentruppe», die zusammensteht und neues Land einnimmt.
  • Dass wir uns alle 2-3 Monate treffen, eventuell abwechslungsweise in verschiedenen Regionen.
  • Wichtig scheint mir, dass wir einmal mit dem beginnen, was vorhanden ist und dann Schritt für Schritt mit Freude vorangehen.

Wo siehst du die Schwerpunkte deines Auftrags in Luzern?
Dass wieder Menschen zusammenkommen, die ein Brennen für den Kanton Luzern auf dem Herzen haben. Dass der Kanton Luzern und die Gemeinden in ihre Berufungen kommen können.

Wie ist die Situation in eurem Kanton unter den Fahnenträgern der verschiedenen Gemeinden? Sieht man sich regelmässig oder eher selten?
Wir haben im Kanton 83 Gemeinden. Auf der Liste, die ich bekommen habe, sind noch 28 Gemeinde-Fahnenträger eingetragen. Wie weit diese noch aktiv sind, kann ich noch nicht sagen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind mir jedenfalls keine Aktivitäten unter den Fahnenträgern bekannt.

In Luzern fand nun schon zweimal der christliche Grossanlass Explo statt. Spürt man etwas von den segensreichen Auswirkungen in eurem Kanton?
Ich spüre das sogar an mir selbst. Ich denke, dass ich den Kanton Luzern so aufs Herz bekommen habe, ist bereits eine solche Auswirkung. Auch sonst spüren wir als Gemeinde, dass sich etwas am Bewegen ist. Ich sehe, dass eine Kerze angezündet wurde und es kommen immer mehr dazu, bis es wie «ein Licht» aussieht und die einzelnen Kerzen nicht mehr sichtbar sind - wir sind ein Leib geworden in ihm!