WENN GOTT EINE FAMILIE RUFT…

WENN GOTT EINE FAMILIE RUFT…

Pensy Low-Schümperli
14 / 02 / 17

Im Jahr 2000 zog ich aus der Schweiz nach Neuseeland. Ich lernte Michael, einen Neuseeländer, bei JMEM Auckland kennen. Wir heirateten und bauten eine Sozialarbeit für Kinder und ihre Familien auf. Das Leben war spannend, herausfordernd, erfüllend. Gott schenkte uns zwei Söhne mit viel Temperament und Kreativität, welche unseren Alltag bis heute lebhaft halten. Regelmässig machten wir in der Schweiz Ferien. Unsere Ferien im 2014 werden wir nie vergessen…  

Die Ferien waren fast zu Ende. Zum Abschluss verbrachten wir einige Tage im Wallis, bevor wir zurück in unsere Heimat Neuseeland auf der anderen Seite der Erde fliegen würden. Es war ein Spätsommertag. Wir liefen als Familie durch das alte Dorf… und plötzlich hörte ich eine Stimme, klar und deutlich: «Ihr müsst schnell in die Schweiz einwandern! Erweckung kommt und ihr müsst helfen.» Wie bitte?! Ich kannte die Stimme… irre ich mich? Es konnte nicht sein! Fragen kreisten in meinem Kopf: Was können wir wohl in der Schweiz tun? Meine Familie spricht kein Deutsch, sie sind 100% Kiwis (Neuseeländer) und mein Mann findet die Schweiz jeweils schon nach drei Wochen eng! – «Bitte Gott, Du hast wohl die falsche Familie erwischt?» – Doch tief in meinem Herzen hatte ich Gottesfurcht und teilte die Neuigkeit meinem Mann der direkt neben mir lief, via SMS mit – die Sprache fehlte mir. Michael schaute mich an und sagte: «Never! (Niemals!)» Auf der Rückfahrt zu meinen Eltern sprachen wir kein Wort. Am nächsten Morgen meinte Michael: «Wir sollten ernsthaft darüber beten und Gott um ein finanzielles Zeichen als Bestätigung bitten – dass Er uns versorgen wird, falls wir in die Schweiz kämen.» So taten wir das. Am Abend klopfte es an der Türe. Eine Frau überreichte uns ein Couvert und verschwand. Im Couvert waren 10 neue 1000er-Noten! Als Familie standen wir sprachlos da, berührt und überrascht, dass Gott so klar und schnell antwortete. Zwei Tage später flogen wir nach Neuseeland zurück.

«Wir wohnten im Keller…»

Unser Motto als Ehepaar war: Egal was Du willst Herr, wir werden es tun. Dieses Mal aber beinhaltete Gottes Wille einen viel grösseren Schritt als je zuvor: unfassbar, unlogisch, ungemütlich und er tat weh. Alles aufgeben? Der Dienst in den Schulen, unser neu umgebautes Traumhaus, das aufgebaute Geschäft, das Leben unserer Jungs: High-School, Sport, Jugendgruppe, Kirche, Heimat etc... wozu, Herr? Als Familie beteten und sprachen wir darüber. Unsere Söhne – 10 und 13-jährig – waren überzeugt, dass wir Gottes Ruf folgen sollten, koste es was es wolle. Sie kannten den Preis: Alles aufgeben! Im Mai 2015 sagten wir «goodbye» zu unserer Welt und stiegen in das Flugzeug – mit vielen Fragen, aber doch mit einem tiefen Frieden im Herzen: «Jesus - Du gehst uns voran, wir sind 100%ig abhängig von Dir.»

Die ersten acht Monate in der Schweiz waren sehr schwierig. Wir wohnten in einem Keller, einem Wohnwagen, einem Ferienhaus; wir schliefen manchmal auf dem Boden, auf Sofas. Die Kinder wechselten dreimal die Schule und wir zogen vom Kanton Waadt ins Tessin, nach Zürich! Unzählige Male sassen wir als Familie in Tränen, voller Enttäuschung und Trauer zusammen und hätten am liebsten das nächste Flugzeug zurück nach Neuseeland genommen. Wenn wir jedoch zusammen beteten, bestätigte Gott unseren Weg immer wieder mit innerem Frieden und Kraft. Wir durften wissen, dass unser Entscheid, in die Schweiz zu kommen, sein Wille war. Inzwischen sind wir seit eineinhalb Jahren hier. Es sind noch immer grosse Herausforderungen da: Sprache, Kultur, anderes Schulsystem – aber es wird besser. Gott gab uns sein Herz und seine Sicht für die Schweiz. Die Erweckung kommt, der Heilige Geist wirkt mächtig. Es ist eine spannende Zeit. Wir haben unzählige Wunder erlebt und es gibt kein 'Unmöglich' mehr. Wenn Gott ruft, dann übernimmt Er auch die Verantwortung und wenn unsere Augen auf Ihn gerichtet bleiben, können wir übers Wasser laufen!

Pensy leitet die „Gebetskette für die Schweiz“, (ehemalige Frauengebetskette), die ihre Mutter Deyse Schümperli vor 29 Jahren gegründet hat.