Geschichtliche Facts

Gründung

Die Schweizerische Eidgenossenschaft ging aus den sogenannten Urkantonen Uri, Schwyz und Unterwalden hervor. Als inoffizielles Gründungsdokument gilt der Bundesbrief von 1291, die älteste noch erhaltene Bündnisurkunde. Im 19. Jahrhundert wurde der 1. August 1291 als Datum für die Gründung der Alten Eidgenossenschaft und damit als Schweizer Nationalfeiertag festgelegt. Später schlossen sich weitere Reichsstädte und Orte an. 

Reformation

Die von Ulrich Zwingli 1519 eingeleitete Reformation in Zürich breitete sich im Mittelland aus und führte zu grossen Spannungen und Kriegen zwischen den verschiedenen Kantonen. 1531 kam es im Zweiten Kappeler Landfrieden zum Kompromiss: Zürich, Bern, Basel, Schaffhausen und Teile von Graubünden blieben reformiert; die Urkantone, Luzern, Zug, Solothurn und Freiburg blieben katholisch. 1541 setzte Johannes Calvin in Genf die Reformation durch. Die Zwinglianer und Calvinisten vereinigten sich 1536 im Helvetischen Bekenntnis und begründeten damit die reformierte Kirche, die sich weltweit verbreitete. 

Neutralität und Unabhängigkeit

Angesichts der Schrecken des Dreissigjährigen Krieges beschloss die Eidgenossenschaft 1647 die „immerwährende bewaffnete Neutralität“.  Am 24. Oktober 1648 erreichten die Schweizer Kantone im Westfälischen Frieden die Anerkennung ihrer Ausgliederung aus dem Heiligen Römischen Reich und wurden somit unabhängig.  

Helvetische Republik

Am 5. Mai 1798 wurde die Alte Eidgenossenschaft nach kurzer Gegenwehr von Frankreich besetzt und unter der Bezeichnung „Helvetische Republik“ seinem Einflussgebiet einverleibt. Als Staatsname wurde die Bezeichnung „Schweizerische Eidgenossenschaft“ festgelegt. 1815 wurden die inneren und äusseren Grenzen der Schweiz im Wiener Kongress international anerkannt. Durch den „Bundesvertrag“ wurde die Schweiz wieder zu einem Staatenbund. 

Moderner Bundesstaat

Streitigkeiten zwischen den liberalen und den konservativen Kantonen führten 1847 zum Sonderbundskrieg. Nach der Niederlage der konservativ-katholischen Kantone wurde die Schweiz in den modernen Bundesstaat umgewandelt und die Autonomie der Kantone durch die Bundesverfassung von 1848 eingeschränkt. Bern wurde zum Sitz der Bundesbehörden und des Parlaments. 

2. Weltkrieg und Umgang mit Flüchtlingen

Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs berief sich die Schweiz auf die bewaffnete Neutralität und ordnete die Mobilmachung der Armee unter dem Oberbefehlshaber General Henri Guisan an. Die Schweizer Armee zog sich mit dem Aktivdienst ins Réduit zurück, um einem deutschen Angriff  in Gebirgsstellungen abzuwehren. Die Schweiz nahm während der Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland zeitweise Flüchtlinge auf, wies aber nach einiger Zeit gezielt Juden und als „politisch Verfolgte“ eingestufte Flüchtende zurück, manche wurden sogar festgenommen und an deutsche Behörden ausgeliefert. Die ins Land gelassenen Flüchtlinge wurden spätestens nach Kriegsbeginn in Lager interniert. Sie durften sich in keiner Weise politisch äussern. Die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg wurde in den 1990er-Jahren im Bergier-Bericht kritisch aufgearbeitet. 

Problematische Themen

In der Nachkriegszeit wurden weitere problematische Themen der Vergangenheit aufgegriffen wie die Verfolgung der Jenischen durch das Programm „Kinder der Landstrasse“, die Verdingkinder-Problematik oder die Rolle der Schweizer Banken im Zusammenhang mit Fluchtgeldern von Diktatoren der Dritten Welt. In den späten 1990er-Jahren entfachte ein Streit über die Entschädigung verlorener jüdischer Vermögen bei Schweizer Banken in der Zeit von 1933 bis 1945. 

Interessante Daten

1864 Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Genf

1948 Einführung der Alters- und Hinterbliebenenversicherung AHV

Religion

Von der Wohnbevölkerung waren Ende 2013 gemäss den Bundesbehörden 38,4 Prozent römisch-katholisch, 27,8 Prozent evangelisch-reformiert, 20,6 Prozent waren konfessionslos, 4,9 Prozent gehörten zu islamischen Gemeinschaften, 7,1 Prozent gehörten zu anderen Religionsgemeinschaften und 1,2 Prozent machten keine Angabe. 

Quelle: Wikipedia