"Anbetung und Gebet verbinden uns"

"Anbetung und Gebet verbinden uns"

Bernhard und Claudia Mössner über ihre Arbeit im Gebetshaus HOP Basel
Dave Brander
19 / 06 / 17

Bernhard und Claudia Mössner leiten das Gebetshaus HOP (House of Prayer) Basel gemeinsam mit einem Team. Im HOP Basel werden wöchentlich rund 50 Stunden für Anliegen aus allen Gesellschaftsbereichen gebetet. Die jeweils zweistündigen Gebetszeiten sind gefüllt mit Anbetung. Schweizweit bestehen diverse weitere Gebetshäuser, etliche sind am entstehen.

 

Das Gebetshaus HOP (House of Prayer) Basel durfte im Januar sein fünfjähriges Bestehen feiern. Was motiviert euch, dranzubleiben?

Bernhard: Die Gemeinschaft mit Jesus. Wir beten ihn an, und das setzt etwas in uns frei. Wir schauen zuerst weg von unseren Problemen und denjenigen der Gesellschaft und begegnen zuallererst diesem Gott, der voller Liebe und voller Antworten ist, voller Wege, die er uns führen will.

Das HOP Basel ist ein Ort des Gebets, aber auch der Gastfreundschaft und der ermutigenden Begegnungen. Trotzdem seht ihr euch bewusst nicht als eine Gemeinde. Wie geht ihr mit diesem Spannungsfeld um?

Claudia: Das HOP wird dadurch bereichert, dass so viele Menschen aus verschiedenen Gemeinden dabei mithelfen. Manche Anbetungsteams setzen sich aus drei oder vier verschiedenen Gemeinden zusammen. In der Cafeteria gibt es Begegnungen und sogar Versöhnung zwischen Menschen, die sich seit Jahren nicht mehr gesehen haben. Das erleben wir als Bereicherung.

Wie erlebt ihr das Miteinander mit Menschen aus den verschiedenen Gemeinden?

Bernhard: Im Miteinander auf dem Weg in die Einheit gibt es immer wieder Herausforderungen, Schwierigkeiten und Hindernisse. Wichtig ist uns, Beziehungen und Vertrauen zu bauen. Es geht nicht darum, dass möglichst alle zu uns ins Gebesthaus kommen. Wir wollen den anderen dienen und für sie da sein.

Das Miteinander der Christen aus verschiedenen Gemeinden ist euch wichtig. Wie sieht das im HOP-Alltag konkret aus?

Bernhard: Wir haben Freikirchler, Charismatiker, Menschen aus der evangelischen Landeskirche und immer wieder auch Katholiken, die uns besuchen. In diesem breiten Spektrum sind Anbetung und Gebet die verbindenden Komponenten. Das führt uns auf den einen Nenner: Jesus zu begegnen und sein Herz zu teilen. Auf dieser Basis kann man einander kennen lernen und die Schätze der anderen Bewegungen entdecken. Davon wurden auch wir selbst in den letzten fünf Jahren enorm bereichert.

Claudia: In Basel besteht auch ein besonderer Boden, dass so etwas überhaupt entstehen konnte. Es gibt sehr viele gute Beziehungen zwischen den Gemeinden und Pastoren und Leiter verschiedener Gemeinden und Werke treffen sich regelmässig.

Das HOP Basel befindet sich fünf Minuten vom Hauptbahnhof, mitten in der Stadt Basel. Was bedeutet es für euch, ein Gebetshaus mitten in einer Stadt zu führen?

Bernhard: Einer unserer Slogans ist: «Kommen und Gehen ist jederzeit möglich.» Die Leute dürfen kommen und einfach sein. Es gibt Menschen, die kommen nur in die Cafeteria. Der Besuch des Gebetsraums ist dann der nächste Schritt. Es ist unsere Sehnsucht, dass Menschen aus der Stadt einfach ins Gebetshaus kommen und Jesus begegnen. Wir wünschen uns auch, dass mehr Leute aus unterschiedlichen Sprachen und Nationen Teil des Gebetshauses werden. Wir hatten schon arabische, spanische, französische, italienische und tamilische Anbetung. Diese Weite widerspiegelt etwas von Gottes Herzen – verschiedene Menschen fühlen sich so willkommen.

In einer Stadt wie Basel gibt es viele Menschen, die bedürftig sind. Wie geht ihr mit der Spannung um, für diese Menschen da zu sein, ohne von der Not erdrückt zu werden?

 

Bernhard: Für uns ist es zentral, das Erste Gebot an erster Stelle zu halten: Gott von ganzem Herzen zu lieben. Daraus fliesst dann ein fruchtbares Begegnen mit den Menschen und ihren Nöten. Wenn die Balance nicht stimmt, brennen wir aus. Unser Rückzugspunkt ist der Gebetsraum. Hier sind wir fokussiert und auf Jesus ausgerichtet. Dann kann die Not auch mal warten.

 

Weitere Infos: www.hopbasel.ch