Genf

Aus der Geschichte

 

Johannes Calvin, 1509 – 1564 in Genf

Als Literat, der in Genf Zuflucht fand, machte Johannes Calvin aus dieser Stadt eine intellektuelle Hauptstadt Europas. Als Jurist und Theologe entwickelte er eine neue Doktrin (der Calvinismus) und war einer der Hauptanführer der Reformation. Er wirkte hauptsächlich an der Reorganisation der politischen und sozialen Instanzen mit, bemühte sich um ein Gleichgewicht zwischen Kirche und Staat und setzte sich für die Armen ein, indem er das Spital neu organisierte. Auch gründete Calvin das Kollegium der Akademie, wo die Lehren allen offen standen.

Die zentralen Elemente seiner Theologie waren: Gottes Herrlichkeit; Jesus Christus im Zentrum unseres Denkens und Handelns; der Heilige Geist und seine Erlösungsbotschaft; das Wort als Schlüssel, der uns Gottes Reich öffnet; die Rolle des Menschen innerhalb der Schöpfung; der Wille Gottes in allen Lebensbereichen; die Einheit in der Kirche.

Bei seinem Tod hinterliess Calvin viele Werke, er war einer der aktivsten französischen Schriftsteller des 16. Jahrhunderts. Der Calvinismus (theologische christliche Doktrin), der sich dann mit anderen religiösen Bewegungen vermischte, ist heute noch sehr präsent in den reformierten Kirchen.

Henri Dunant, 1828-1910 in Genf

Henri  wurde durch die Wohltätigkeitsarbeit seiner Eltern stark geprägt. Im Jahr 1859 gelangte er in die Nähe des Schlachtfeldes von Solferino. Beim Anblick der verwundeten und sich selbst überlassenen Soldaten beschloss er, Hilfe zu organisieren. Über diese schrecklichen Erlebnisse schrieb er ein Buch und machte so seine Gedanken öffentlich bekannt.

Im Jahr 1863 gründete die Gemeinnützige Gesellschaft von Genf das Internationale Komitee der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege (später Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK).

Im Jahr 1901 erhielt er für die Gründung des Internationalen Roten Kreuzes  den ersten Friedensnobelpreis. Das Henry-Dunant-Museum befindet sind heute im Spital von Heiden, wo er seinen letzten Lebensabschnitt verbrachte. Auch befürwortete er die Aufhebung der Sklaverei in Amerika, die Gleichberechtigung von Frau und Mann, die Gründung eines Staates Israel und den Schutz des Weltkulturerbes (UNESCO).

 

Kontakt

Etienne Rochat

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